[Rezension] Jodi Picoult Der Funke des Lebens

Jodi Picoult steht vor allem für eins: ein Garant für gute Bücher und tiefe Themen. Jeder Roman aus ihrer Feder ist tiefgreifend, thematisch gut aufgebreitet und vor allem eins – spannend.

Nicht anders ist bei „Der Funke des Lebens“, wo Picoult den Leser direkt ins Geschehen wirft. Geiseldrama in einer Abtreibungsklinik. Spannendes Setting, wichtiges Thema. Als besonderen Kniff hat Picoult diesmal eine andere Art der Erzählung gewählt. Die Geschichte erzählt gerade einmal von einem Tag, doch hier gibt es viel zu berichten. Außerdem schreibt Picoult diesmal rückwärts. Zu Beginn befinden wir uns mitten drin: Verhandlungen mit dem Geiselnehmer, Opfer, die noch mitten im Geschehen sind, welche die schon freigelassen wurden. Eine klare Trennung von drinnen und draußen. Doch schon im nächsten Kapitel springt Picoult mit ihrem Leser eine Stunde zurück und fügt so gekonnt Puzzleteilchen zu Puzzleteilchen zusammen.
Natürlich weiß man so schon sehr genau, was passieren wird, aber gekonnt wie immer schafft Jodi Picoult die Geschichte trotz allem spannend zu erzählen. Denn vielmehr geht es hier um das „Wieso“ und die Beweggründe sowie die Sensibilisierung für das Thema Abtreibung.

Denn wie gewohnt switcht Picoult zwischen den Charakteren und nimmt immer wieder die Perspektive des Arztes, des Geiselnehmers, der Opfer und des Polizisten ein, aber auch die Positionen von Befürwortern, Mitarbeitern, Betroffenen und Abtreibungsgegnern. Obwohl es ein sehr sensibles Thema ist, schafft Picoult es sehr realistisch alle Seiten zu beleuchten und ihren Charakteren Platz einzuräumen.

Allerdings konnten diese in „Der Funke des Lebens“ nicht so stark überzeugen wie es in anderen ihrer Werke der Fall war. Es ist nicht ganz klar, woran es am Ende wirklich gefehlt hat, jedoch war es streckenweise extremst schwer die Charaktere auseinander zu halten, obwohl Picoult bestens darin geübt ist, zwischen diversen Charakteren zu wechseln und diese zu präsentieren. Am Ende ist es ein gutes Buch mit einem wichtigen Thema, das in der Vollendung jedoch nicht ganz rund ist und wohl auch nicht ihr bestes Werk ist.