[Rezension] Andreas Gruber – Code Genesis

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Andreas Gruber – Code Genesis. Sie werden dich finden 

Den Krimifans unter uns, sollte Andreas Gruber ein Begriff sein. Gerade seine Reihe um Maarten S. Sneijder ist eine wahre Empfehlung: spannend, gute Charaktere, super Story. Und nun? Nun liegt hier Code Genesis, das schon rein optisch mehr zu dem Jugendbuchroman „Die Bestimmung“ passt als zu Grubers bekanntem Terrain. Und das ist auch gut so, denn mit diesem Buch startet er in seine dreiteilige Reihe rund um Terry West und dem Vermächtnis ihrer Mutter. Mit dem Schreiben an dieser Geschichte erfüllt sich Gruber einen langgewordenen Traum: eine neue Zielgruppe und endlich mal einen Jugendroman ab 12 Jahre.

Und worum geht es genau? Die Mutter der jetzt vierzehnjährigen Terry ist vor zehn Jahren unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen und ihre Leiche konnte nie gefunden werden. Seither lebt der Teeanger auf dem U-Boot ihres Onkels, zusammen mit ihrem Cousin, einem Mitarbeiter und ihrem Fretchen. Als sie zufälligerweise einen Halt in Miami einlegen, stattet sie ihrem Elternhaus einen Besuch ab und entdeckt dabei nicht nur komische Nachmieter, sondern auch noch ein geheimes Labor in deren Keller, dass sich nur mit dem alten Amulett ihrer Mutter öffnen lässt. Danach geht alles ganz schnell: Auf einmal sind gefährliche Organisationen hinter ihnen her, gehen über Leichen und wollen an die Forschungsergebnisse ihrer Mutter heran? Doch an was hat sie eigentlich geforscht? Und was hat sie gefunden?

Gruber prognostiziert mit seinem Buch Action und Abenteuer – und er hält, was er verspricht.  Code Genesis ist ein angenehmes, spannendes neues Buch, das einen großartigen Auftakt zu einer neuen Reihe verspricht. Terry und die Crew des U-Boots Kopernikus sind ein sympathischer Haufen, die nicht nur einmal dem Feind gerade so entwischen, ohne es selbst wirklich zu merken.

Das einzige kleine Manko, das ich aber bei jedem Auftakt einer Reihe habe, ist, dass man das Buch leider nicht ohne die anderen Teile lesen kann. Natürlich ist es der Sinn einer Reihe aneinander geknüpfte Bücher zu schreiben, doch es wäre schön, wenn sich wenigstens innerhalb des Buches eine Geschichte schließen würde. Das ist bei Code Genesis leider nicht der Fall – am Ende sind viele neue Fragen offen, aber die Spannung auf die nächsten Teile steigt dafür gleichzeitig auch mit.

[Rezension] Harlan Coben – Suche mich nicht

 

Was würde man nicht alles für seine Kinder tun? Schon in alltäglichen Lebenslagen werden Eltern zu Superhelden. Aber was, wenn das eigene Kind auf die schiefe Bahn gerät und dann auch noch verschwindet?

Das macht Simon durch als seine Tochter Paige von einem auf den anderen Tag verschwindet und auch nicht gefunden werden will. Natürlich macht er sich trotzdem auf die Suche und findet seine Tochter unter Drogen im Central Park. Als sie ihn erkennt, flüchtet sie. Doch als Vater will und kann er nicht aufgeben und macht sich auf den Weg in die Drogenwelt, um den Weg zu seiner Tochter zu finden. Dabei stellt er sich ihrem Freund, Dealern und kommt auf einmal in das Visier der Polizei.

Suche mich nicht ist ein spannender, fesselnder neuer Thriller von Harlan Coben und hält das, was der Autorenname schon verspricht. Unterhaltung vom Anfang bis zum Ende. Die drogensüchtige Tochter, die verschwindet, der Vater, der sie zu retten versucht – damit hat Coben nicht das Rad neu erfunden – lässt aber durch seinen einfachen, aber dennoch angenehmen Schreibstil den Leser direkt in die Geschichte einsteigen. Leider bleiben Simon, seine Frau sowie die anderen Hauptcharaktere weitestgehend sehr schemenhaft und blass. Ein bisschen Tiefe hätten der Geschichte noch mehr Schwung und auch Bindung gegeben.

Stellenweise sind einige Passage ebenso schemenhaft wie die Charaktere und wirken wie kleine Füllepisoden, in denen Coben die Kreativität ausgegangen ist und er Punkt a und b schnell und einfach lösen möchte. Trotz allem ist Simons Geschichte um Paiges Suche gespickt mit vielen kleinen Wendungen, die kaum absehbar sind und daher das Buch spannend und lesenswert machen.

Daher: Ein packender Thriller mit kleinen Schönheitsfehlern, die ihn aber nicht an Spannung einbüßen lassen.

 

 

 

[Rezension] Kathrin Schrocke – Immer kommt mir das Leben dazwischen

Karl ist das durchschnittliche Kind zweier extremst begabter Akademiker. Karl ist aber gerade mal 13 und hat weder sich selbst noch seinen Platz im Leben gefunden. Als ihm seit toter Opa im Traum begegnet und ihm rät eine Youtube-Karriere zu starten als auch seiner Oma zu helfen, ist er begeistert und macht sich so gleich an die Arbeit.

Mit „Immer kommt mir das Leben dazwischen“ hat Katrin Schrocke einen witzigen Jugendroman für zwischendurch geschrieben. Karl ist ein angenehmer, wenn auch etwas blasser Charakter, der durch sein junges Alter teils gewollt teils ungewollt komisch rüberkommt und von seinem Leben mit hochbegabten Eltern, Liebesproblemen und einer pubertären Identitätskrise. Das Buch ist mit seinen 192 Seiten fix gelesen und passt perfekt an einen Sommerabend. Leider ist das auch eins der größten Probleme des Romans. Das Buch ist so fix gelesen, dass man zu Karl oder den anderen Figuren kaum eine Beziehung eingehen kann. Die Geschichte rund um die Oma, die ausziehen will und die Youtube-Karriere sind so mager, dass es kaum wahrnehmbare Entwicklungen gibt, die nicht vorhersehbar waren.

Natürlich ist „Immer kommt mir das Leben dazwischen“ ein Jugendbuchroman ab 12 Jahre, so dass man sicherlich nicht vom neuen Kafka ausgehen kann. Doch trotzdem hätte ein bisschen Tiefgang, ein bisschen mehr Witz, ein bisschen mehr von allem dem Buch gut getan.

Nichtsdestotrotz ist Immer kommt mir das Leben dazwischen witzig, humorvoll und dadurch perfekt für zwischendurch. Schnell gelesen, kleine Schmunzler und eine Oma zum Liebhaben.

[Rezension] Anne Freytag – Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte

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Es gibt so Bücher, da möchte man die Sätze unterstreichen, die Wörter in die Welt schreien und immer wieder nickend von den Seiten aufschauen. So auch bei ‚Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte‘ von Anne Freytag. Es geht um Rosa und auch um Frank, die beide aus ihrer Welt flüchteten, ans andere Ende reisten und durch Australien reisen wollten. Warum? Um sich selbst zu finden, um seinen Platz zu finden, vielleicht auch um zu lernen und sich selbst und die anderen zu verstehen. Doch direkt am Anfang – als aus dem Fern- das Heimweh wird – treffen sie aufeinander und verspüren eine direkte Verbindung.

Was klingt wie eine kitschige Liebesgeschichte, ist aber viel mehr der Beginn einer gemeinsamen Reise. Durch Australien, zu sich, zueinander. Doch, was so einfach und unkompliziert begann, wird auf die Probe gestellt, als noch ein Dritter auf das noch so neue Duo trifft. Franks bester Freund David schließt sich Frank und Rosa an. Aus Alleinsein wird Zusammensein und vor allem zu dritt sein. Denn ist drei nicht immer einer zu viel? Oder sind drei genau richtig?

Es könnte einer dieser Jugendromane sein, in denen ein Mädchen sich in einen Jungen verliebt und dann noch ein zweiter, ganz gegensätzlicher Charakter aufkommt und die so zarte frisch entstehende Beziehung ins Wanken bringt. Könnte es – ist es aber nicht. Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte ist vielmehr eine Geschichte über drei Menschen, die ans Ende der Welt reisen und zu sich selbst finden. Keine schnulzigen Liebesmomente, keine Floskeln. Einfach nur ergreifende Wahrheiten, menschliche Entscheidungen und verwirrende Fragen, die sich wohl jeder schon einmal gestellt hat.

Anne Freytag zeigt gekonnt, aus allen drei Perspektiven, wie sich diese Reise zu dritt entwickelt. Wie es sich entwickelt, wenn Gefühle ins Spiel kommen und wenn eigentlich keiner weiß, was er will. Wie soll man ein Jahr in einem Camper nebeneinander liegen, wenn die Gefühle und die Reize da sind, aber keiner den andere verletzen will. Während sie das dem Leser näherbringt, überschreitet sie jedoch keinen Moment die Grenze zu kitschig oder drüber, sondern einfach nur die Schilderung zu dem, was am Ende passiert, was am Ende – wie es der Epilog sagt – einfach so vorher gesehen war.

Ein wirklich wunderbares Buch, was meine Reiselust wieder geweckt hat, mich stellenweise so sehr berührt hat und mir das Gefühl gegeben hat, dass es eben Gefühle gibt, die man nicht zwangsläufig immer erklären kann und auch muss.

[Rezension] Kevin Kwan – Crazy Rich Asians

 

Man nehme eine Prise Gossip Girl, lösche die Upper East Side und füge Singapurs High Society hin – et voilá, da haben wir Crazy Rich Asians, Kevin Kwans neusten Roman.

 

Worum es geht? Um Rachel, die endlich die Familie ihres Freundes Nick kennen lernen darf. Beste Gelegenheit? Der eh anstehende Familienbesuch in Singapur. Doch schon kurz nach der Ankunft wird klar, dass Nick nicht bloß wohlhabend, sondern reicher als reich ist. Er und seine Familie gehören zu der obersten Schicht und bleiben – vor allem – gerne unter sich. Auf einmal befindet sie sich zwischen privaten Flugzeugen, Bediensteten und richtigen Stars.

Was wie ein schöner Traum klingt, wird bald schon zum Gegenteil. Denn Nicks Familie lassen Rachel schnell spüren, was sie von ihr, ihrer Herkunft und ihrer Beziehung zum Familienerbnachfolger halten. Was jetzt wie ein langwieriger Roman über die Höhen und Tiefen von Nicks und Rachels Beziehung klingt, ist aber viel mehr eine gute Satire Kwans über das unfassbar reiche Asien mit ihren nur allzu gegenwärtigen Problematiken: der wahnsinnige Konsum, aber auch der Fokus auf Blutlinien, Verwandschaftsgrade, sobald es um die Ehe geht. Denn Nick, mit blauem, singapurischem Blut bringt seine amerikanische, chinesische Freundin Rachel mit nach Singapur. Alsbald ist seine Familie beunruhigt, dass sie nur hinter dem Geld der Familie her ist. Warum sie das denken? Nicht, weil Rachel den Anschein danach macht, sondern weil sie aus dem Festland Chinas kommt und alleinerziehend groß gezogen wurde. Kwan verdeutlicht damit – auf eine fast lustige Weise – dass dieses alte Denken immer noch vorherrscht. Dass gerade die jungen Generationen wie Nick, aber auch seine Cousine Astrid, zwischen den Kulturen festhängen. Versuchen sie es doch irgendwie der ehrwürdigen Großmutter traditionell recht zu machen, kennen und leben sie aber auch die Vorzüge des modernen Lebens.

Crazy Rich Asians ist daher witzig, smart und einfach zu lesen, obwohl der Einstieg sicherlich hart ist. Es sind viele Namen, viele Geschichte und wenige davon werden wirklich vorgestellt. Dafür hat Kevin Kwan jedoch auf den ersten Seiten den Familienstammbaum verzeichnet, wonach man nach den ersten hundert Seiten dankbar sein wird. Zwar gibt es hier und da kleine Ungereimtheiten, jedoch ist Crazy Rich Asians eine wahnsinnig nette Unterhaltung, die sich von den vielen, vielen Büchern ausnahmsweise mal unterscheidet und sei es nur am Schauort. Wer also einen spannenden und zeitgleich gossiplastigen Roman lesen mag, der wird mit Kevin Kwans Roman gut fahren.

xoxo.

[Rezension] Angie Thomas – On The Come Up

 

Angie Thomas sollte spätestens seit ihrem Debüt The Hate U Give ein Begriff. On the come up ist ihr neuster Roman und knüpft indirekt an das Erstlingswerk an. Dreh- und Angelpunkt ist wieder Garden Heights, doch diesmal geht es um Bri. Sie ist gerade mal 16 und hat einen nicht ganz so ungewöhnlichen Wunsch: sie will mit dem Rappen berühmt werden. Doch was wirkt wie ein normaler Teenie-Traum von Ruhm, Glanz und viel Geld, ist für Bri die Lösung all ihrer Probleme. Denn jeden Monat kämpft ihre Familie erneut um alltägliche, für viele selbstverständliche Dinge wie warmes Essen, Strom oder ein neues paar Schuhe. In der Schule ist es auch alles andere als einfach. Es gibt unnötige Taschenkontrollen, Handgreiflichkeiten der Sicherheitsmänner und immer wieder Verwarnungen, dabei ist Bri nicht sonderlich angriffslustiger oder rebellierender als ihre Mitschüler. Doch trotzdem scheint sie die Probleme geradezu anzuziehen und das kann nur zwei Erklärungen haben: ihre Herkunft und ihre Hautfarbe.

On The Come Up ist aber nicht nur die Geschichte über einen Teenager mit Träumen, sondern zeigt anhand von Bris Leben die Problematik des alltäglichen Rassismus und sozialen Ungerechtigkeiten. Aber auch abseits der teils harten, aber so wichtigen XX, geht es eben auch um ein Mädchen im Teenageralter, die rund um ihre Musik tough und schlagfertig wirkt, in Sachen Jungs, Freunde und Familie doch noch sehr pubertär, jung und unbeholfen. So sehr sie die Karriere auch voran treiben will, um das Richtige für sich und ihr Umfeld zu tun, umso mehr steht sie sich selbst durch ihre unreflektierten Handlungen im Weg. Dabei ist es eben das, was Angie Thomas besonders gut hinbekommen hat: Bri als Hauptfigur. Sicherlich ist es nicht einfach Bri durch das Buch hinweg konsequent zu mögen, gerade wenn man etwas älter und vielleicht weiser ist. Doch vielleicht ist es das, was Thomas zeigen will: Bri ist noch ein Kind, das am liebsten sofort berühmt werden will und versucht alleine die Entscheidungen zu treffen, für die sie sowohl Unterstützung als auch fachliche Hilfe gebraucht hätte. Doch typisch Teenager weist Bri die meisten, oft auch die falschen, Hilfsangebote ab. Warum? Weil sie stur ist? Weil sie glaubt das Richtige zu tun? Einfach weil sie noch unerfahren ist und die meisten 16-Jährigen – ja, auch wir – glauben, dass ihnen die Welt gehört und zu Füßen liegt.

Doch so einfach ist das nicht. Da sind Manager, die dein Geld wollen. Sicherheitsmänner, die ein Problem mit einer Herkunft haben. Jugendliche, die dich als Vorbild wollen. Eine Mutter, die dein Bestes will. Ein bester Freund, der nicht weiß, was er will. Man selbst, die alles will. Und ehe man sich versieht, gibt es Aufstände, Schulverweise, geplatzte Träume und verletzte Seelen. Das alles thematisiert On The Come Up.

Aber leider ist die Message des Buches nicht alles. Ein großes Defizit liegt wohl in der Übersetzung, so wie es eben immer problematisch ist, wenn der Witz und der Tiefgang in Liedern, Gedichten oder Witzen liegen, die durch Sprache geprägt sind. Grundlegend hat cbj zwar auf die Übersetzung aller Liedtexte verzichtet, doch oft kommt die Sprache trotzdem nicht richtig rüber oder wirkt „zu viel“. Leider hemmt das immer wieder den Lesefluß, wenn man ihn gerade gefunden hat.

Ebenfalls problematisch ist die Umsetzung On The Come Ups. Die Geschichte ist nicht rund, die Charaktere nicht mit Leben gefüllt. Während Bri als Charakter zu fassen ist, sind es viele andere – auch wichtige Personen – eben nicht. Wer ist Bris Mutter wirklich? Was machen ihre Freunde Sonny und Malik aus? Warum verliebt sich Bri genau in denjenigen? Am Ende bleiben sie doch bleiben sehr blass. Insgesamt lässt sich Angie Thomas‘ Buch gut und schnell lesen, wirkt aber leider in manchen Passagen wie ein Entwurf, an dem man noch die Feinheiten einfügen möchte.

Nichts desto trotz ist On The Come Up ein gutes, vor allem gehaltvolles Jugendbuch, das viele wichtige Thematiken zu einer lesenswerten Geschichte vereint.

 

[Rezension] Walter Moers – Der Bücherdrache

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Da liegt er, der neue Walter Moers. Es geht endlich wieder nach Zamonien und uns erwartet ein langersehntes Wiedersehen mit Hildegunst von Mythenmetz, der uns schon durch das Labyrinth der träumenden Bücher und die Stadt der träumenden Bücher geführt hat. Doch diesmal mag es unser Schriftsteller etwas ruhiger und lässt sich daher eine Geschichte erzählen. Und was kann man schon besser erzählen, als die Geschichte von einem Abenteuer. Und wer erzählt es? Hildegunst zwei, der kleine Buchling, der eigentlich nur schläft und liest und keine Abenteuer erlebt. Denn eigentlich ist er dabei das Gesamtwerk von Mythenmetz auswendig zu lernen, aber diesmal – ja – da hat auch er was zu erzählen: von seiner Reise zum Ormsee und den berühmten Bücherdrachen.

…und wenn ein Buchling eine Geschichte erzählt, dann wollen wir sie auch hören. Also tauchen wir ein Erlebnisse hin zum Ormsee [und vor allem um das Zurück] und der Begegnung mit dem sagenumwobenen Bücherdrachen. Und wie zu erwarten: Der Bücherdrache ist wunderbar illustriertes Buch, liebevoll detailliert, das mit einem kleinen Comic einleitet. Und auch nach zwanzig Jahren (!), so lange dürfen wir schon  Walter Moers nach Zamonien folgen, ist es immer noch ein wunderbares Wiedersehen, eine Art „Nach Hause kommen“.

Kurzum: Der Bücherdrache war schnell gelesen und wie immer ein typischer Moers voller Fantasie, mit vielen tollen Details und wunderbaren Formulierungen. Doch trotz aller Begeisterung, bleibt da ein kleiner Beigeschmack, der sich vor allem nach der Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr irgendwie manifestiert hat. Denn auch wenn es qualitativ wirklich mit den alten Büchern mithalten kann, so ist es doch nicht mehr eins dieser Wälzer, durch die man sich tage- und nächtelang durchgelesen hat. Im Gegensatz zu den 13 1/2 Leben des Käpten Blaubärs oder Rumo umfasst der Bücherdrache gerade mal 190 Seiten, zwar gute, aber eben nur so wenige. So schnell wie man es angefangen hat, so schnell ist man auch wieder durch und am Ende, da seufzt man und wünscht sich noch mal 190 Seiten und vielleicht noch mal welche. Aber zeitgleich ist es auch kein verwinkelter, typischer Schmöker mehr, sondern ein ziemlich gradliniger Kurzroman, der sich einfach und schnell lesen lässt. Doch wollen wir einfach und schnell? Wollen wir nicht lieber wieder tief in Zamonien versinken?

Es ist und bleibt natürlich trotzdem ein Walter Moers und das Zamoniengefühl, das bleibt. Aber wer auf stundenlange Lesemomente hofft, der muss leider etwas zurückstecken. Für Moers- und Zamonienfans aber, da bleibt der Bücherdrache, wie immer ein absolutes Muss.